Neun Ratschläge zur Kostenkontrolle und zur Verbesserung rechtsberatender Dienstleistungen

Rechtsanwälten geht es nur ums Geld, richtig?

Nur zu. Hier können Sie einen dieser Anwaltswitze einbauen. Wir können damit umgehen. Aber trotz all dieser der Witze und unseres Rufs sind die meisten von uns auch nur Unternehmer. Wir verstehen das Bedürfnis, Kosten zu kontrollieren. Wir mögen es auch nicht, die Zeit anderer zu vergeuden.

Wir sind genau wie Sie. Unser Erfolg beruht auf Empfehlungen und wiederkehrenden Mandanten. Wenn wir Mandanten über den Tisch ziehen, bekommen dies viele andere Leute auch mit.

Deswegen bin ich, ein Anwalt, hier, um Ihnen zu erzählen, wie Sie die Kosten Ihrer Rechtsberatung unter Kontrolle behalten können. Ich habe in meiner bisherigen Karriere das Vergnügen gehabt, in Kanzleien von mehr als 500 Rechtsanwälten bis hin zu Kanzleien mit weniger als fünf Rechtsanwälten zu arbeiten. Es ist ganz einfach: Wenn Unternehmen diese neun Ratschläge bei der Beauftragung ihres Anwalts befolgen, schaffen Sie es, die Kosten der Rechtsberatung regelrecht zu "zermalmen" - und tatsächlich gleichzeitig die Qualität dieser Rechtsberatung zu verbessern.

Ratschlag Nr.1: Finden Sie den richtigen Anwalt für den Job.

Finden Sie den Anwalt, welcher sich in seiner Praxis auf den engen rechtlichen Bereich konzentriert, in dem Sie anwaltliche Hilfe benötigen. (Dies bedeutet übrigens fast immer, dass Sie mehr als eine Kanzlei für Ihre rechtliche Beratung benötigen.)

Die Wahl des richtigen Rechtsanwalts kann Ihnen auf längere Sicht viel Geld sparen. In meiner rechtlichen Tätigkeit habe ich mich auf die Bearbeitung internationaler Streitigkeiten und die Durchsetzung internationaler Forderungen spezialisiert. Oft ist der beste Weg der Forderungsdurchsetzung gegenüber einem ausländischen Unternehmen (erst recht, wenn sich dieses in einem Neuen Markt befindet) der, auf Vermögen dieses Unternehmens im Ausland zurückzugreifen. Die gerichtliche Geltendmachung von Forderungen gegenüber diesen Unternehmen in den USA ist sehr teuer. Viele Länder erkennen US-amerikanische Urteile nicht einmal vollständig an. So kann es sein, dass Sie hier klagen und dann mit dem Urteil in das jeweilige Land gehen, nur um zu erfahren, dass Sie im Heimatland Ihres Schuldners erneut klagen und obsiegen müssen. Der Arrest von Vermögen Ihres Schuldners in einem neutralen dritten Land ist oft die beste Lösung.

Das Problem besteht darin, dass viele, wenn nicht sogar die meisten der Verträge, welche mir meine Mandanten oder deren Anwälte zur Forderungsdurchsetzung außerhalb der Vereinigten Staaten übergeben, nicht unter Beachtung dieser überlegungen entworfen wurden. Warum nicht? Weil sie nicht von einem internationalen Rechtsanwalt entworfen wurden. In diesen Fällen bringt man mich als den Fachmann an, nur um die Schäden zu kontrollieren, lange nachdem der Vertrag schon unterzeichnet und umgesetzt wurde. Viele dieser Verträge halten ausdrücklich fest, dass die internationale und örtliche Zuständigkeit für alle Rechtsstreitigkeiten aus dem Vertrag ausschließlich am Wohnsitz des Mandanten begründet wird. Was passiert? Solch eine Klausel kann die gerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen in manchen ausländischen Ländern vollkommen ausschließen und den Vermögensarrest in allen ausländischen Ländern verkomplizieren.

Ich hatte kürzlich einen Fall, in welchem ich überzeugt war, dass wir einen Betrag von mindestens einer Million Dollar vor einem ausländischen Gericht hätten durchsetzen können, wäre da nicht diese Klausel gewesen, welche den Gerichtsstand an der amerikanischen Ostküste zwingend vorsah. Mein Mandant von der Ostküste mag ein paar hundert Dollar gespart haben, indem er den Vertragsentwurf von seinem normalen Anwalt anfertigen ließ, am Ende hat ihn dies jedoch vielleicht eine Million Dollar gekostet.

Die Auswahl des richtigen Fachmannes spart gewöhnlich auch auf kurze Sicht Geld. Meine Nachbarin von nebenan wollte, dass ich sie im Kauf eines Hauses von ihren Eltern berate. (Kleine Gedächtnishilfe: Ich arbeite im internationalen Verfahrensrecht.) Ich wies sie darauf hin, dass ich überhaupt keine Erfahrung im Immobilienrecht habe und dass diese übertragung wahrscheinlich viel komplizierter sein würde, als sie annahm.

Meine Nachbarin brauchte einen Rechtsanwalt mit Erfahrung in diesen Geschäften. Ich wusste, dass eine solche übertragung genau strukturiert werden muss, um verschiedene Steuern auf legale Art und Weise zu verringern, und ich erzählte ihr, dass sie durch die Beauftragung eines Anwalts ohne Erfahrung in diesem Bereich - wie mich - wahrscheinlich Steuervorteile verlieren würde. Das entscheidende Argument war jedoch, dass jemand wie ich ungefähr 30 Stunden für eine solche Arbeit benötigen würde, wobei jemand mit der entsprechenden Erfahrung die Sache wahrscheinlich in der Hälfte der Zeit bearbeiten könnte.

Ich empfahl ihr einen erstrangigen Immobilienanwalt mit Erfahrung im Steuerrecht und erzählte ihr, dass sie mit Bearbeitungshonoraren von mindestens 3.500 USD rechnen sollte. Sie erzählte mir später, dass der Rechtsanwalt, den ich empfohlen hatte, die Sache einschließlich von Steuervorteilen für viel weniger Honorare bearbeitet hatte.

Ich war durch die geringen Honorare ein wenig geschockt und rief den Kollegen neugierig an (ich dachte tatsächlich, dass er meiner Nachbarin einen guten Preis gegeben hatte, um mir einen Gefallen zu erweisen). Er erzählte mir jedoch, dass er nur drei Stunden für das Mandat benötigt hatte, da er ungefähr zwanzig dieser Geschäfte pro Jahr bearbeitet. Dies bedeutet, dass es für ihn nicht notwendig ist, jedes Mal die entsprechenden Steuergesetze zu studieren, so dass eine Arbeit, für die ich 30 Stunden benötigen würde, von ihm in drei Stunden erledigt werden kann.

Dies bestätigt ein altes Sprichwort über die beste Weise, den geeigneten Rechtsanwalt für Ihre Angelegenheit zu finden: Erbitten Sie Empfehlungen von Ihrem normalen Rechtsanwalt oder einem Freund, der ein Rechtsanwalt ist. Sie müssen jedoch nach jemandem fragen, der nicht nur "jemals die Eintragung einer Marke durchgeführt" hat, als Beispiel. In diesem Fall wird man Sie wahrscheinlich an einen anderen Rechtsanwalt der Kanzlei verweisen, der schon mal ein paar Markenanmeldungen gemacht hat, anstatt Ihnen einen respektierten Markenanwalt außerhalb der Kanzlei zu empfehlen. Die Zusammenarbeit mit dem Gesellschaftsrechtsspezialisten der Kanzlei in einer Markenregistrierung kann jedoch leicht sehr teuer werden, wenn dieser wesentliche Details in der Anmeldung übersieht.

Ratschlag Nr. 2: Stehen Sie in ständigem Kontakt mit Ihrem Rechtsanwalt.

Es scheint widersinnig zu sein, dass ständiger Kontakt mit Ihrem Anwalt Ihnen am Ende Geld sparen soll, aber genau das wird eintreten.

In Wahrheit entspricht permanente Kommunikation mit Ihrem Anwalt grob gesehen einem regelmäßigen Ölwechsel in Ihrem Auto. Es kostet jedes Mal Geld, aber ein explodierter Motor oder (im Fall der Erbringung rechtlicher Dienstleistungen) eine umfangreiches Verfahren wird Sie auf Dauer mehr Geld kosten als ein paar Ölwechsel oder Anrufe während des Mandats.

Das bringt mich direkt zum nächsten Ratschlag:

Ratschlag Nr. 3: Erkennen Sie Ihre Ziele und teilen Sie diese Ihrem Anwalt mit.

Das ist ein wunder Punkt. Erinnern Sie sich an den alten Song der Rolling Stones "You Can't Always Get What You Want"? Mit Ihrem Anwalt "Werden Sie niemals bekommen, was Sie wollen", wenn Sie selber nicht wissen, was Sie durch die Erbringung seiner rechtlichen Dienstleistungen erreichen wollen.

Es ist der Job Ihres Rechtsanwalts, Ihnen verschiedene mögliche Ergebnisse eines Falls oder eines Rechtsgeschäfts oder einer Transaktion zu erklären, aber es ist Ihr Job, Ihre Ziele zu kennen. Sie werden Ihr Unternehmen immer besser kennen, als dies Ihr Anwalt kann.

Vor vielen Jahren kam ein Mandant zu mir, welcher seit ungefähr sechs Monaten in ein streitiges Verfahren mit seinem Teilhaber verwickelt war. Der Mandant hatte bereits ungefähr 50.000 USD für diesen Fall ausgegeben, aber er spürte ein gewisses Gefühl der Unbehaglichkeit bezüglich des Falles. Der ihn regelmäßig vertretene Unternehmensanwalt hatte ihn für eine zweite Meinung bezüglich des Verfahrens an mich verwiesen.

Ich verbrachte mit dem Mandanten ein paar Stunden und fand heraus, dass er wollte, dass ich die richtige Mandatsführung durch seinen Anwalt überprüfe. Während dieses Gespräches erwähnte der Mandant mindestens zehnmal, dass er nie wieder Geschäfte mit seinem Partner machen wollte. Ich sagte ihm, dass ich die komplette Akte überprüfen und in ein paar Tagen auf ihn zurückkommen würde.

Als wir uns ein paar Tage später erneut trafen, teilte ich ihm mit, dass seine Anwälte gute Arbeit geleistet hatten. Er erwähnte von neuem wiederholt, dass er nie wieder Geschäfte mit seinem Partner machen wollte.

Ich fragte ihn schließlich, ob ihm klar sei, dass er und sein Partner unabhängig vom Ausgang dieses Rechtsstreits im Anschluss nach wie vor Teilhaber des Unternehmens sein würden. Und da war der wunde Punkt: es stellte sich heraus, dass der Mandant angenommen hatte, dass ein Obsiegen im Verfahren seinen Partner automatisch aus dem Unternehmen ausschließen würde. Der Kunde hatte fünfzig Riesen in diesen Prozess gesteckt und das von ihm angestrebte Ziel der Auflösung der Teilhabe würde einfach nicht eintreten.

Ich sprach sodann mit dem Prozessanwalt, welcher mir bestätigte, dass das Verfahren niemals zu diesem Ziel führen würde. Mit dem Prozess konnte lediglich Schadensersatz vom Geschäftspartner erlangt werden für Geschäfte, die dieser an andere seiner eigenen Unternehmen anstatt an das gemeinsame Unternehmen weitergeleitet hatte. Wir hatten ein paar Besprechungen mit besagtem Geschäftspartner (der die Partnerschaft tatsächlich auflösen wollte). Innerhalb von ein paar Wochen erreichten wir eine gütliche Einigung, welche den Partner aus dem Geschäft des Mandanten entfernte - und beendeten das Verfahren, welches niemals hätte angefangen werden dürfen.

Ratschlag Nr. 4: Vermeiden Sie Gerichtsverfahren.

Verklagt zu werden oder sich selber in einer Situation zu befinden, in welcher keine andere Möglichkeit mehr besteht, als die Gegenpartei zu verklagen, sollte fast immer vermieden werden. Das ist leichter gesagt als getan, aber wenn Sie vertragstreu handeln (und vor allem Ihre Verträge in der Regel schriftlich abfassen), von vornherein ein wenig Geld für anwaltliche Beratung ausgeben und Probleme mit Ihrem Anwalt besprechen, können Sie die meisten Prozesse mit großer Sicherheit vermeiden.

Gerichtsverfahren können tatsächlich manchmal notwendig werden und sollten sogar unter Umständen genutzt werden, um strategische Geschäftsziele weiter auszubauen. Unabhängig hiervon ist es aber korrekt, dass diese, wenn sie erst einmal begonnen haben, zeitraubend, schwierig zu kontrollieren und sehr teuer sind.

Ein regelmäßiger Kontakt mit Ihrem Rechtsanwalt wird es diesem ermöglichen, Probleme zu verhindern, bevor ein Gerichtsverfahren zur einzigen Lösung wird. Dies wird ihm auch die Möglichkeit geben, Sie so zu positionieren, dass Sie, sollte ein Verfahren denn notwendig werden, in diesem auf jeden Fall obsiegen.

Nach meiner Erfahrung sind die Mandanten, mit denen der Informationsaustausch am besten funktioniert, die, welche zuvor schon in Gerichtsverfahren verwickelt waren und tatsächlich die Notwendigkeit verstehen, ein solches zu vermeiden. Richten Sie Ihre Bemühungen an Ihren tatsächlichen Bedürfnissen aus. Während viel Zeit und Anstrengung für den Schutz gegen persönliche Schadensersatzansprüche von Kunden verwandt werden (heißer Kaffee und dergleichen), ist diese Gefahr für die meisten Unternehmen relativ klein und, was am wichtigsten ist, kann versichert werden. Für die meisten Unternehmen stellen Fragen des Arbeitsrechts und Vertragsrechts die größere Gefahr dar, außer Kontrolle zu geraten. Seltsamerweise sind dies genau die Probleme, die mit einer vorausschauenden Unternehmenspolitik und schriftlichen Verträgen leicht vermieden werden können.

Ratschlag Nr. 5: Nutzen Sie eine Kanzlei, welche in angebrachtem Umfang Arbeit delegiert.

Grosse Kanzleien sind gewöhnlich derart organisiert, dass die Gewinne deren Partner aus der Arbeit der angestellten Anwälte resultieren. Diese angestellten Anwälte sind meist junge Hochschulabsolventen, die mit großer Wahrscheinlichkeit weit weniger effizient sind als ein Anwalt mit mehr Erfahrung. Einfach dargestellt: 20 Stunden für 200 USD wird Ihnen teurer kommen als 10 Stunden für 300 USD.

Die von jungen angestellten Anwälten berechneten Stunden sind oft wertlos. Den meisten Kanzleien ist es jedoch geradezu recht, wenn ihre angestellten jungen Anwälte die Rechtsprechung analysieren. Der unerfahrene Anwalt führt hochwertige Rechtsprechungsanalyse durch und die Kanzlei vermeidet es, dass ein unerfahrener Anwalt strategische Entscheidungen trifft. In der Zwischenzeit finanzieren Sie das Training für den jungen Anwalt. In ungefähr sieben Jahren wird er seinerseits Partner werden und einen unerfahrenen Anwalt für die Bearbeitung eines anderen Mandats nutzen.

Wie können Sie vermeiden, einen zu hohen Anteil Ihres Rechtsberatungsbudgets in unerfahrene Anwälte zu stecken? Fragen Sie Ihren Anwalt in jeder Angelegenheit, ob es möglich oder sinnvoll ist, einen gewissen Teil der Rechtssprechungsstudien an externe oder ausländische Anwälte zu delegieren.

In Seattle gibt es viele Rechtsanwälte, welche aus verschiedensten Gründen keine Vollzeitbeschäftigung aufnehmen möchten und ihre Unterstützung in der Fall- und Rechtsprechungsanalyse für zwischen 30 bis 70 USD die Stunde anbieten. Obwohl Ihre Kanzlei diese Kosten gerechtfertigtermaßen erhöhen wird, um deren normalen Mehraufwand zu decken, sollten Sie mit erheblichen Ersparnissen rechnen können. Heutzutage wird sogar immer mehr die Möglichkeit genutzt, ausländische Anwälte für eine erste Fallaufarbeitung in manchen Angelegenheiten zu nutzen, für deren Korrektur und Ergänzung Ihr Rechtsanwalt im Anschluss mehr als genug Zeit zur Verfügung haben wird.

Die durch Ihre Kanzlei genutzte Delegierung an externe Personen sollte sich nicht nur auf Rechtsanwälte beschränken:

  • In den USA besteht eine große Nachfrage für gute japanische übersetzer, so dass diese ziemlich teuer sind. Seit Jahren senden wir japanische Dokumente zu hervorragenden übersetzern in Russland, welche 1/5 der hiesigen Gebühren berechnen.
  • Wir können wesentliche Ersparnisse für unsere Mandanten erreichen, indem wir unsere chinesischen Dokumente in China und nicht hier übersetzen lassen.
  • Wir haben koreanische Ingenieure für eine erste technische überarbeitung von Fällen genutzt und derart mindestens 30 % an Kosten gespart.

Wir raten unseren Mandanten sogar zur Nutzung von vertraglichen Schiedsgerichtsklauseln, welche als Ort des Schiedsverfahrens Toronto, Kanada vorsehen, da dortige Schiedsrichter, obwohl sehr fachkundig, in der Regel nur halb so hohe Gebühren berechnen wie deren Kollegen in Städten, welche bevorzugt als Austragungsorte für internationale Schiedsverfahren gewählt werden (London, New York und Stockholm).

Ratschlag Nr. 6: Nutzen Sie alternative Gebührenvereinbarungen.

Es macht fast immer Sinn, zur einfachen stündlichen Abrechnung bestehende Alternativen für Gebührenvereinbarungen mit Ihrem Anwalt zumindest anzusprechen.

Vielleicht werden Sie beide aus einem Pauschalhonorar den größten Nutzen ziehen. In diesem Fall einigen Sie und Ihr Anwalt sich auf einen bestimmten Betrag, welcher die gesamte Rechtsberatung abdeckt. Der wahre Vorteil dieser Vereinbarung ist für den Anwalt als auch für den Mandant die Fähigkeit, ein Budget von vornherein zu planen und so " überraschungen" für beide zu vermeiden.

Erfolgshonorare sind eine andere Option. Einfach erklärt kassiert Ihre Kanzlei in diesen Fällen einen Anteil der für Sie errungenen finanziellen Erfolge. Obwohl Sie in der Fernsehwerbung immer wieder den Spruch hören "Wenn wir nicht gewinnen, zahlen Sie nicht", ist die am meisten genutzte Vereinbarung in Wirtschaftsfällen eine Kombination aus Erfolgshonorar mit gleichzeitiger im Betrag reduzierter oder in der Anzahl beschränkter stündlicher Abrechnung.

Es gibt zudem eine Reihe weiterer Möglichkeiten der stündlichen Abrechnung. Eine häufig genutzte Möglichkeit ist zum Beispiel die Verhandlung von im Betrag reduzierter stündlicher Abrechnung in Verbindung mit einem Bonus. In diesen Fällen wird Ihr Anwalt einen geringeren Betrag pro investierte Arbeitsstunde abrechnen und gleichzeitig zahlen Sie unter Umständen für die Einhaltung oder Nichtbeachtung von zuvor aufgestellten Fristen bzw. Terminen in der Mandatsbearbeitung.

Ratschlag Nr. 7: Fordern Sie einen Voranschlag über mögliche Honorare und Kosten von Ihrem Anwalt.

Es liegt in Ihrem eigenen Interesse, einen Kostenvoranschlag für Ihre Rechtsberatung zu erhalten.

Ein Voranschlag ist jedoch nur eine Schätzung. Rechtsberatungsgebühren sind oft schwierig vorherzusehen, besonders in Gerichtsverfahren, wo generell die Taktik der Gegenpartei die von Ihrem Anwalt notwendig zu verrichtende Arbeit außerordentlich beeinflussen kann. Unabhängig hiervon benötigen Sie jedoch eine generelle Vorstellung von den ungefähren Kosten, welche auf Sie zukommen können.

Aus meiner Sicht als Anwalt habe ich gelernt, dass es immer eine gute Idee ist, einen Kostenvoranschlag zu geben, da oftmals Mandanten überhaupt keine Vorstellung von der in der Bearbeitung eines bestimmten Falles möglicherweise notwendigen Arbeit haben. Vor Jahren rief mich ein Mandant an, für den ich das Vermögen eines russischen Unternehmens pfänden sollte, welches seinem Unternehmen ungefähr 350.000 USD schuldete. Da es sich um das erste Mandat für dieses Unternehmen handelte, wollte ich den Mandanten beeindrucken und erzählte ihm, dass ich meine Kontakte in ganz Asien nutzen würde, um herauszufinden, ob das Schuldnerunternehmen dort über pfändbares Vermögen verfügte. Ich sagte ihm auch, dass ich mit einer russischen Kanzlei zusammenarbeiten würde, um die Erfolgsmöglichkeiten für den Fall einer eventuell notwendigen Klageerhebung in Russland zu prüfen. Nachdem er dieser Strategie zugestimmt hatte, unternahm unsere Kanzlei all diese Schritte, wobei Gebühren und Kosten in Höhe von 5.000 USD anfielen. Ungefähr die Hälfte davon ging an Rechtsanwälte/Agenturen in Korea, China, Hongkong und Japan und die Anwälte in Russland, welche ein hervorragendes vierseitiges Gutachten über die zu erwartenden Ergebnisse eines Verfahrens in dieser Sache in Russland entworfen hatten.

Innerhalb einer Woche konnte ich dem Mandanten Bericht erstatten und ihm sehr konkrete Anweisungen über die nächsten Schritte und die notwendigen Voraussetzungen zur Durchsetzung der Forderung geben. Ich schickte ihm sodann die Rechnung über ungefähr 5.000 USD, wobei ich überzeugt war, dass wir sehr schnell und effizient gute Arbeit geleistet hatten. Ich nahm auch an, dass der Mandant mit unserer Arbeit sehr zufrieden sein und bereitwillig die Rechnung zahlen würde. (Ich kann Ihnen versichern, dass meine Mandanten, für die ich regelmäßig diese Art von Mandaten betreue, bei dieser Rechnung nicht einmal mit der Wimper gezuckt hätten.)

Meine Annahme war falsch. Der Kunde rief an und sagte, dass er keine Ahnung gehabt hatte, dass dieser erste Teil des Mandats so teuer sein würde. Das fand ich sehr seltsam, da es sich bei dem Mandanten um einen welterfahrenen und umsichtigen Geschäftsmann handelte, dessen Unternehmen mit einer der großen Kanzleien in der Stadt zusammenarbeitet. Dennoch war er davon ausgegangen, dass meine Erkundungen hinsichtlich pfändbaren Vermögens sowie meine Zusammenarbeit mit den russischen Anwälten mehr oder weniger in ein paar Telefonaten während eines Nachmittags bestehen würden. Da dieses Missverständnis hinsichtlich des finanziellen Umfangs des Mandats mehr mir als ihm zuzurechnen war, reduzierte ich die Rechnung drastisch. Seitdem versuche ich jedoch immer, vorab einen Kostenvoranschlag zu erteilen und diesen mit Fortschritt der Arbeit zu aktualisieren.

Ratschlag Nr. 8: Konzentrieren Sie sich nicht zu sehr auf das anwaltliche Stundenhonorar.

Eine Unternehmensanwältin eines der größten Unternehmen in Amerika erzählte mir einmal, dass unabhängig von den durch ihr Unternehmen genutzten Kanzleien berechneten Stundenhonoraren am Ende die meisten Kanzleien in der Regel ähnlich hohe Endrechnungen erstellten. Ihrer Meinung nach berechneten die Kanzleien, deren Partner Stundensätze von 250 USD hatten, einfach mehr Stunden als die Kanzleien, deren Partner pro Stunden 350 USD forderten. In den Kanzleien mit Stundensätzen von 350 USD würde ganz einfach mehr Arbeit von angestellten und unerfahrenen Anwälten übernommen werden.

So hier ist der Grundsatz hinter dem Ratschlag: Konzentrieren Sie Sich auf die Reduzierung Ihrer Endrechnung, nicht auf die von den jeweiligen Anwälten berechneten Stundensätze.

Ratschlag Nr. 9: Denken Sie an Versicherungen.

Eine der besten Investitionen gegen enorme Rechtsberatungskosten sind Versicherungen.

Schließen Sie eine generelle Haftpflichtversicherung und, wenn möglich, eine zur Deckung Ihrer Manager und Geschäftsführer ab. Besprechen Sie Ihre verschiedenen Versicherungsoptionen sowohl mit Ihrem Makler als auch mit Ihrem Rechtsanwalt. Sollten Sie aus irgendeinem Grund verklagt werden, lassen Sie Ihren Rechtsanwalt die Versicherungspolice dahingehend überprüfen, ob für diesen Fall eine Deckung besteht. Zu oft gehen Unternehmen einfach davon aus, dass ihre Versicherung niemals einen Deckungsschutz enthalten würde, wenn dies tatsächlich möglich sein könnte oder ist.

Diese neun Ratschläge zusammen können zu einer drastischen Reduzierung Ihrer Rechtsberatungskosten führen. Sie werden vielleicht nie in der Lage sein, über Anwaltswitze richtig lachen zu können, aber Sie werden zumindest wissen, dass Sie Ihr Budget für anwaltliche Beratung optimal ausnutzen.

Zurück zur Zusammenfassung
Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wie Harris & Moure Sie in Ihren rechtlichen Problemen unterstützen kann (seien diese eine Veröffentlichung wert oder nicht), bitten wir Sie, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Unsere Erstberatung ist immer kostenlos.